Die Frage sollte nicht sein "Finde ich Windows 7 schick?", sondern "Welche Vorteile habe ich, wenn ich von einem anderen System wechsle?".
Die Optik ist wohl kaum ein Kriterium, nach dem man ein Betriebssystem auswählen sollte. Stabilität, sparsame Resourcennutzung, gute Bedienbarkeit und Kompatibilität sind die Dinge, die ein gutes Betriebssystem ausmachen.
Ich verwende Windows 7 Professional auf einem Phenom II X4 955 mit 8GB RAM und einer Geforce GTX 285.
Zur Stabilität kann ich bis jetzt nichts sagen, da ich es erst gestern bekommen und installiert habe. Bis jetzt gab es nichts zu klagen.
Sparsame Resourcennutzung? Naja, Windows 7 ist genau so ein Platzverschwender wie Windows Vista. Bereits nach der Installation waren 24GB verbraten. Wofür braucht bitte ein Betriebssystem soviel Platz? Vom Arbeitsspeicher sind vom System auch schon prinzipiell 800MB belegt, obwohl ich einen ganzen Batzen Dienste deaktiviert habe. Man sollte also ordentlich Speicher in den Rechner stopfen, damit man Spaß an Windows 7 haben kann, aber das galt auch schon für Vista.
Daß es schneller als Vista sein soll, kann ich subjektiv nicht bestätigen.
Gute Bedienbarkeit? Mein Hals ist gestern immer dicker geworden, weil Microsoft es offenbar noch immer nicht gelernt hat, daß man eine Krücke wie die UAC nicht in ein Betriebssystem bauen sollte. "Sind Sie sicher?", "Wollen Sie das wirklich tun?", "Ganz sicher?", "Ach kommen Sie! Überlegen Sie sich das noch einmal!". Vista läßt grüßen...
Die einzige für mich praktikable Option ist, diesen Mist auszuschalten und wie unter XP mit definierten Berechtigungen zu arbeiten, also als normaler Benutzer.
Das Startmenü ist auch arg gewöhnungsbedürftig, aber es ist neu gestaltet und ich gewöhne mich vielleicht mit der Zeit daran.
Bekannte Optionen und Systemeinstellungen, die man früher im Schlaf gefunden hat, sind entweder verschwunden oder irgendwo hin gewandert, wo man sie nicht vermuten würde. Zum Beispiel habe ich noch immer nicht die Einstellungsseite für die Codecs gefunden. Früher standen sie im Gerätemanager, heute nicht mehr. Unter "Sound", wo man sie vermuten könnte, sind sie auch nicht.
Das ist ein bißchen wie "Jugend forscht".

Kompatibilität? Zumindest mit Fallout 3 habe ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Ich habe es vorher auf Vista gespielt und keine Probleme gehabt, von sporadischen Abstürzen mal abgesehen, die den Bugs in Fallout zuzuschreiben sind.
Unter Windows 7 habe ich die identische Konfiguration gestartet. Leider hat sich das Spiel regelmäßig kurz nach Spielstart aufgehängt. Ok, Fallout hat große Probleme mit Mehrkern-CPUs, wenn mehr als zwei Kerne vorhanden sind. Macht ja nix, hab die Kerne für Fallout auf 2 begrenzt und die Hänger im Spiel waren weg. Dafür konnte ich das Spiel nicht beenden, da es sich dabei aufhängte und nur noch mit dem Taskmanager zu entsorgen war. Es hat lange gedauert, bis ich den Übeltäter gefunden hatte, Fallouts Unfähigkeit mit mehreren Kernen umzugehen, mal wieder...
Die "threadedxyz" Optionen, die ich unter Vista aus Performancegründen extra eingeschaltet hatte, mußte ich wieder ausschalten. Jetzt läuft es einigermaßen stabil und läßt sich sauber beenden. edit: Es lag nur an der "bMultiThreadAudio"-Option. Solange diese deaktiviert ist, läßt sich Fallout sauber beenden.
Den aktuellen nVidia-Treiber kann ich weiterhin nicht verwenden, wie auch unter Vista schon, da er bei Fallout zu üblem Ruckeln führt. Das Problem ist bekannt, es hängt mit der Synchronisation zusammen und es gibt diverse Workarounds, geholfen haben sie nicht wirklich. Ich bleibe bei Treiberversion 190.38, welches die letzte ist, die bei mir einwandfrei funktionierte und flüssiges Spiel ermöglicht.
Tja und die Optik? Typisch Microsoft Klicki-Bunti. Ich habe viele Effekte abgeschaltet, da sie keinen Nutzen bringen und nur die Arbeit verzögern.
Die Voransicht in der Taskleiste ist praktisch, manche Programme erlauben dort sogar eine Bedienung, ohne extra das Programm in den Vordergrund holen zu müssen, z.B. die Steuerung des Audioplayers.
Mein Fazit:
Wer mit seinem Windows XP zufrieden ist und keine Hardware aufrüsten möchte, sollte tunlichst bei Windows XP bleiben. In meinen Augen ist es das beste Windows, was es jemals gab.
Wer allerdings mit Vista arbeitet, für den kann ein Umstieg eventuell sinnvoll sein. Das hängt natürlich auch davon ab, ob er bereit ist, 90+ Euro (je nach Variante) für Windows 7 auszugeben.