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Lynx
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« Antworten #4 am: 13. September 2011, 07:51:26 » |
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Moin Leute,
hört sich ja nicht gut an und ich kann es ehrlich gesagt nur bedingt nachvollziehen. Ich sage es mal so, dass jeder früher oder später mal auf die Fresse fällt. Vielleicht auch ein paar Mal öfters als es ihm gut tut, dennoch ist es eigentlich ganz einfach wieder aufzustehen. Erst recht wenn man welche kennt, die einen an die Hand nehmen und hoch helfen. Ok, sehr viel metaphorisches Gesülze, dennoch halte ich daran fest.
Auch bei mir läuft es nicht immer rund, doch dann sehe ich immer das große Ganze. Es gibt mal Zeiten wo nichts läuft und vieles zusammen kommt. Ein guter Freund stirbt, das Auto ist wieder mal abgekackt, man selber hat sich 'ne Krankheit eingefangen und das man beim Job dann nicht 100%-ig motiviert ist, ist auch verständlich. Da geht es jedem scheiße, aber dann gibt mir vieles Sicherheit. Den Job habe ich noch, meine Kumpels sind immer da, gesundheitlich bin ich soweit i-wann wieder fit, dass ich laufen kann, habe ein gutes Umfeld und verhungern werde ich sowieso nicht.
Auch wenn ich nicht unbedingt der Typ Mensch bin, den mal als Gläubig deklariert, kann einem auch der Glauben Sicherheit geben. Deswegen habe ich auch allgemein nichts gegen Mitmenschen, die gläubig sind, solange es nicht im Fanatismus endet. Wenn nichts mehr geht kann ich nachvollziehen, dass einige Ruhe und Sicherheit im Glauben suchen, aber das ist ein anderes Thema.
Eine andere Story von mir, die wohl nicht so wie die eure ist, aber es ging dort auch mir schlecht. Keine Ahnung ob es nachvollziehbar ist:
Wie einige vllt. wissen bin ich Fußballer. Nicht so gut, dass ich damit richtig Knete verdienen könnte, aber ich spiele es ja, weil es bock macht. Dann gab es eine Zeit wo ich im Spiel plötzlich ein ziehen im Obeschenkel gespürt habe. Danach ging nichts mehr. Das ganze Bein war taub. Diagnostiziert wurde ein Muskelfaserriss (fälschlicherweise) und 3-4 Wochen Pause. Da eh Sommerpause war habe ich 6 Wochen nichts gemacht. Danach ging es weiter. Vorbereitung, hart gearbeitet, erstes Spiel -> BAM! Ein Knall, der unschönerweise aus meinem Oberschenkel kam. Danach ging ich zu einem anderen Arzt, denn das war mir nicht geheuer. Im Ultraschall sah man denn das Übel (was man auch fühlen konnte): Ein Riss klaffte vom Knie bis zum Gesäß. "Bisschen" größer als 'ne Faser sagter der Arzt...na toll. Ein halbes Jahr Pause sollte reichen, zwischendurch immer mal Aufbauübungen, Krankengymnastik. Hat nebenbei auch Geld gekostet ohne spürbaren nutzen. Ein Glück konnte ich weiter arbeiten, da ich im Büro arbeite. Ein halbes Jahr später nach der Winterpause. Vorbereitung mitgemacht, erstes Spiel -> BAM! Halbes Jahr Pause, dasselbe noch einmal ein halbes Jahr später...
Ich wollte aufhören. Immer wieder hat man sich umsonst rangekämpft. Immer wieder wurde man zurückgeworfen. Nach dem letzten Mal war ich nicht mehr bei irgendeinem Arzt. Vertrauen zu Sportärzten ist was anderes, naja. Ich habe gesagt, dass ich nicht mehr spielen möchte. Dann, etwa ein Jahr später, fragten mich meine Kumpels, die unterklassig rumkickten ob ich nicht doch mal Bock hätte mitzuspielen. Nach langem hin und her habe ich doch zugestimmt, schließlich waren es meine Freunde und in der Klasse würde ich es wohl i-wie schaukeln. Erst mit Schmerzen, aber erträglichen Schmerzen ging es los, aber das Gute war, und das hatte ich zuvor fast vergessen, das ich Spaß am Fußball hatte. Keinen Druck, Niederlagen waren egal, denn das Team war super. Wenn es absolut nicht ging konnte ich mich rausnehmen. Alles kein Problem. Super.
Das ist jetzt etwa 2,5 Jahre her. Nun spiele ich wieder etwas höher, habe selten Schmerzen, aber die Verletzungsanfälligkeit bleibt. Das ich nie jemals wieder richtig auf Leistung spielen werde ist klar, aber egal. Ich habe mich damit abgefunden und mir ist es sowas von egal wenn ich mal schlechte Tage habe. Egal wie hoch der Druck ist, wenn ich nicht kann geht es nicht. Ich spiele nie im Leben wieder wenn ich weiß, dass mein Körper überlastet ist und das habe ich in meiner jugendlichen Naivität nicht gesehen...
Naja ok bisschen lang geworden, aber was ich sagen will: Selten ist etwas nach einem großem Problem so wie vorher, aber man kann sich damit abfinden. So geil wie in der Grundschule wird es nicht mehr, aber dafür sammelt man Erfahrungen. Die Freizeit kommt verdammt kurz, aber besonders ist bekanntlich das, was rar ist.
Zu eurem Studium: Ich merke es jetzt langsam richtig wie wertvoll Wissen sein kann. Später geht es nicht mehr um Noten oder Qualifikationen, aber wer ein breites Wissen hat (auch aus andere Gebieten, die nur passiv etwas mit dem Job zu tun haben), hat enorme Vorteile. Das Wissen was ihr sammelt, auch wenn es nicht gleich euren Interessen ist, ist nicht verschenkt! Klar, wer unglücklich damit ist muss abwiegen ob es sinnvoll ist etwas zu ändern, dennoch ist es keine verschenkte Zeit wenn man in interessensungleichen Gebieten vorerst weiterarbeitet.
Auch wenn sich eine normale Arbeitswelt besser anhört...die ist das nicht zwingend.
Jeder Lebensabschnitt hat gute und schlechte Seiten. Als Grundschüler hatte man immer viel Freizeit, konnte damit aber nicht so viel Anfangen wie jemand, der finanzielle Sicherheit hat und mobiler ist. Der wiederum hat seltener Zeit...so ist das leider...
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