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Autor Thema: Auf dem besten Weg in eine Depression.  (Gelesen 486 mal)
Eraser
King of Laughs
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I saw you naked.


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« am: 12. September 2011, 21:16:17 »

Habt ihr das auch manchmal das soviel scheiße auf einmal in eurem Leben passiert das ihr eine Depression nicht abwenden könnt?
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Tomahawk
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« Antworten #1 am: 12. September 2011, 21:22:19 »

Sicher, ich bin schon öfters für ein par Tage einfach wegglaufen und hab dann sonst wo die Nacht verbracht. Mein Problem ist meistens dass ich keine Ahnung hab warum ich eigentlich so niedergeschlagen bin.

Ich musste da einfach raus. Egal wo hin, einfach weglaufen.

Aber das legt sich nach ner Weile meistens einigermaßen. Trotzdem willich hier unbedingt raus aus dem Ort und der Kultur hier... das geht mir zum Teil so dermaßen auf die Nerven.

Also wenn ich wirklich depri bin, brauch ich jemanden der mich mal in den Arm nimmt.
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Eraser
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« Antworten #2 am: 12. September 2011, 21:28:08 »

Es ist fast genau das selbe bei mir im Moment. Ich bin kein Emo Kind oder sowas in der Art, ich hab einfach das Gefühl das ich zu oft Nachdenke und mir dann auffällt wie ich meine momentane Situation hasse. Dann kommen einem Gedanken vom alles hinschmeißen und nicht mehr warten, keine drei Jahre Fachgymnasium und dann nochmal Studium bis man endlich glücklich sein darf. Sondern einfach jetzt aufbrechen und sehen wo man landet. Und dann denkt man weiter nach und der Tumor der sich Vernunft nennt setzt ein. Und man ist wieder am Anfang vom Ende.
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Tomahawk
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Apfeltropfen <3


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« Antworten #3 am: 12. September 2011, 21:49:17 »

Ja, das kenn ich gut. Ich bin auch kein Emo oder so auch wenn das viele vermutlich glauben (dumme schwarze Haare x'D). Aber das was grade bei dir los ist, ist mir echt nicht unbekannt. Es geht mir im Moment sogar ziemlich genau so.

Ich studier grade aber merke, dass mir die Richtung gar nicht liegt obwohl ich erst dachte, dass ich das schon hinkriegen würde. Bzw. ist das abnormal viel Stress (ich studier im Grunde zwei Sachen nebeneinander) und ich hab nicht mehr viel Grund durchalten zu wollen. Jetzt hab ich einen anderen Studiengang gefunden den ich deutlich besser finde und ich schon immer machen wollte, aber: Ich bin schon so weit im Studium dass es gar nicht gut wäre, das jetzt abzubrechen (wegen dem Lebenslauf etc.) und: Bei mir hat bisher im Grunde alles im Leben damit geendet dass ich am liebsten kotzen würde und deswegen geht mir langsam die Lust aus daran zu glauben, dass es da draußen irgendwas gibt was mich nicht verarschen will. Und ich hab auch nur Fachhochschulreife und nicht viel Geld. Das heißt am Ende ist sicher wieder irgend eine versteckte scheise in dem anderen Studiengang weswegen es doch nicht geht. Und da mir das immer passiert (obwohl ich sehr genau hinsehe und kein volltrottel bin) hab ich mittlerweile einfach oft kein Bock mehr auf die ganze Scheiße.

Ich hab übrigens auch schonmal überlegt mein Geld zusammenzukratzen, irgendwo hinzugehen wo ichs schön find und da dann irgendwas zu arbeiten, mit dem man einigermaßen normal leben kann. Ich für meinen Teil hab ja nichts gegen das lernen beim Studium aber dieser gottverdammte Druck der da ist und immer größer wird, macht mich fertig. Ich weiß nicht ob es bei dir das gleiche ist.
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Lynx
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« Antworten #4 am: 13. September 2011, 07:51:26 »

Moin Leute,

hört sich ja nicht gut an und ich kann es ehrlich gesagt nur bedingt nachvollziehen. Ich sage es mal so, dass jeder früher oder später mal auf die Fresse fällt. Vielleicht auch ein paar Mal öfters als es ihm gut tut, dennoch ist es eigentlich ganz einfach wieder aufzustehen. Erst recht wenn man welche kennt, die einen an die Hand nehmen und hoch helfen. Ok, sehr viel metaphorisches Gesülze, dennoch halte ich daran fest.

Auch bei mir läuft es nicht immer rund, doch dann sehe ich immer das große Ganze. Es gibt mal Zeiten wo nichts läuft und vieles zusammen kommt. Ein guter Freund stirbt, das Auto ist wieder mal abgekackt, man selber hat sich 'ne Krankheit eingefangen und das man beim Job dann nicht 100%-ig motiviert ist, ist auch verständlich. Da geht es jedem scheiße, aber dann gibt mir vieles Sicherheit. Den Job habe ich noch, meine Kumpels sind immer da, gesundheitlich bin ich soweit i-wann wieder fit, dass ich laufen kann, habe ein gutes Umfeld und verhungern werde ich sowieso nicht.

Auch wenn ich nicht unbedingt der Typ Mensch bin, den mal als Gläubig deklariert, kann einem auch der Glauben Sicherheit geben. Deswegen habe ich auch allgemein nichts gegen Mitmenschen, die gläubig sind, solange es nicht im Fanatismus endet. Wenn nichts mehr geht kann ich nachvollziehen, dass einige Ruhe und Sicherheit im Glauben suchen, aber das ist ein anderes Thema.

Eine andere Story von mir, die wohl nicht so wie die eure ist, aber es ging dort auch mir schlecht. Keine Ahnung ob es nachvollziehbar ist:

Wie einige vllt. wissen bin ich Fußballer. Nicht so gut, dass ich damit richtig Knete verdienen könnte, aber ich spiele es ja, weil es bock macht. Dann gab es eine Zeit wo ich im Spiel plötzlich ein ziehen im Obeschenkel gespürt habe. Danach ging nichts mehr. Das ganze Bein war taub. Diagnostiziert wurde ein Muskelfaserriss (fälschlicherweise) und 3-4 Wochen Pause. Da eh Sommerpause war habe ich 6 Wochen nichts gemacht. Danach ging es weiter. Vorbereitung, hart gearbeitet, erstes Spiel -> BAM!  Ein Knall, der unschönerweise aus meinem Oberschenkel kam. Danach ging ich zu einem anderen Arzt, denn das war mir nicht geheuer. Im Ultraschall sah man denn das Übel (was man auch fühlen konnte): Ein Riss klaffte vom Knie bis zum Gesäß. "Bisschen" größer als 'ne Faser sagter der Arzt...na toll. Ein halbes Jahr Pause sollte reichen, zwischendurch immer mal Aufbauübungen, Krankengymnastik. Hat nebenbei auch Geld gekostet ohne spürbaren nutzen. Ein Glück konnte ich weiter arbeiten, da ich im Büro arbeite. Ein halbes Jahr später nach der Winterpause. Vorbereitung mitgemacht, erstes Spiel -> BAM! Halbes Jahr Pause, dasselbe noch einmal ein halbes Jahr später...

Ich wollte aufhören. Immer wieder hat man sich umsonst rangekämpft. Immer wieder wurde man zurückgeworfen. Nach dem letzten Mal war ich nicht mehr bei irgendeinem Arzt. Vertrauen zu Sportärzten ist was anderes, naja. Ich habe gesagt, dass ich nicht mehr spielen möchte. Dann, etwa ein Jahr später, fragten mich meine Kumpels, die unterklassig rumkickten ob ich nicht doch mal Bock hätte mitzuspielen. Nach langem hin und her habe ich doch zugestimmt, schließlich waren es meine Freunde und in der Klasse würde ich es wohl i-wie schaukeln. Erst mit Schmerzen, aber erträglichen Schmerzen ging es los, aber das Gute war, und das hatte ich zuvor fast vergessen, das ich Spaß am Fußball hatte. Keinen Druck, Niederlagen waren egal, denn das Team war super. Wenn es absolut nicht ging konnte ich mich rausnehmen. Alles kein Problem. Super.

Das ist jetzt etwa 2,5 Jahre her. Nun spiele ich wieder etwas höher, habe selten Schmerzen, aber die Verletzungsanfälligkeit bleibt. Das ich nie jemals wieder richtig auf Leistung spielen werde ist klar, aber egal. Ich habe mich damit abgefunden und mir ist es sowas von egal wenn ich mal schlechte Tage habe. Egal wie hoch der Druck ist, wenn ich nicht kann geht es nicht. Ich spiele nie im Leben wieder wenn ich weiß, dass mein Körper überlastet ist und das habe ich in meiner jugendlichen Naivität nicht gesehen...

Naja ok bisschen lang geworden, aber was ich sagen will: Selten ist etwas nach einem großem Problem so wie vorher, aber man kann sich damit abfinden. So geil wie in der Grundschule wird es nicht mehr, aber dafür sammelt man Erfahrungen. Die Freizeit kommt verdammt kurz, aber besonders ist bekanntlich das, was rar ist.

Zu eurem Studium: Ich merke es jetzt langsam richtig wie wertvoll Wissen sein kann. Später geht es nicht mehr um Noten oder Qualifikationen, aber wer ein breites Wissen hat (auch aus andere Gebieten, die nur passiv etwas mit dem Job zu tun haben), hat enorme Vorteile. Das Wissen was ihr sammelt, auch wenn es nicht gleich euren Interessen ist, ist nicht verschenkt! Klar, wer unglücklich damit ist muss abwiegen ob es sinnvoll ist etwas zu ändern, dennoch ist es keine verschenkte Zeit wenn man in interessensungleichen Gebieten vorerst weiterarbeitet.

Auch wenn sich eine normale Arbeitswelt besser anhört...die ist das nicht zwingend.

Jeder Lebensabschnitt hat gute und schlechte Seiten. Als Grundschüler hatte man immer viel Freizeit, konnte damit aber nicht so viel Anfangen wie jemand, der finanzielle Sicherheit hat und mobiler ist. Der wiederum hat seltener Zeit...so ist das leider...
« Letzte Änderung: 13. September 2011, 11:37:17 von Lynx » Gespeichert

"Ich mache nie Voraussagen und werde es auch niemals tun!"
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« Antworten #5 am: 13. September 2011, 11:46:16 »

Deine Fussball-Geschichte klingt echt hart. Ich mach auch viel Sport aber sowas ist mir noch nie passiert. Naja aber außer das mit dem Kickboxen hab ich aber auch nie was in einem Verein gemacht, deshalb gab es zumindest was das betrifft auch keinen Druck gewinnen zu müssen.

Was einem auch noch helfen kann ist vielleicht der Gedanke, dass es irgendwann besser ist. Bzw. das man irgendwann Glück hat und irgendwas Gutes passiert. Vielleicht haben manche Menschen auch mehr Durchhalte vermögen als andere. Oder vielleicht liegt es auch daran, was man schon erlebt und gesehen hat.
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Eraser
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« Antworten #6 am: 13. September 2011, 13:52:14 »

Zu eurem Studium: Ich merke es jetzt langsam richtig wie wertvoll Wissen sein kann. Später geht es nicht mehr um Noten oder Qualifikationen, aber wer ein breites Wissen hat (auch aus andere Gebieten, die nur passiv etwas mit dem Job zu tun haben), hat enorme Vorteile. Das Wissen was ihr sammelt, auch wenn es nicht gleich euren Interessen ist, ist nicht verschenkt! Klar, wer unglücklich damit ist muss abwiegen ob es sinnvoll ist etwas zu ändern, dennoch ist es keine verschenkte Zeit wenn man in interessensungleichen Gebieten vorerst weiterarbeitet.

Nur so ich studier noch nicht, bin auf dem SG.

Weißt ich denke genau so. Ich gehe solange zur Schule wegen dem Wissen und weil ich will das mal was aus mir wird. Ich will Psychologe werden, im besten Fall Psychiater und bin eigentlich auch bereit sehr viel dafür zutun nur manchmal habe ich das Gefühl das Wissen nicht alles ist. Ich bin kein plumper Teenager und will auch keiner sein, aber es gibt auch so Menschen die sich an einem Leben erfreuen können ohne einen Doktorgrad zu haben.

Ich werd nichts abbrechen weil, und ich geb es nicht gern zu, warscheinlich einfach zu feige bin.
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Lynx
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« Antworten #7 am: 13. September 2011, 14:12:02 »

Es macht auch nicht immer Sinn etwas abzubrechen. Und ja, Wissen ist nicht das einzige was man benötigt. Menschenkenntnisse, Logik (außer betracht von irgendwelchen Bauchgefühlen), Charisma, Selbstvertrauen und das sogenannte Vitamin B. Das B steht bekanntlich für Beziehungen, aber diese kann man sich auch während der Arbeitszeit aufbauen, also vorerst vernachlässigbar. Bis an einer Stelle/Job/Arbeit kommt man auch so, aber es schadet nie Leute um sich zu haben mit denen man zusammenarbeitet. Teamfähigkeit wird zwar immer laut gebrüllt, aber in der Realität selten umgesetzt. Es kommt eben die Zeit wo man sich gegenseitig helfen muss, aber auch einschätzen muss wann man Zeit für sich selbst nimmt. Dazu muss man kritikfähig sein, aber auch lernen mal "nein" zu sagen und da tue ich mir ehrlich gesagt auch schwer...

Eraser, du könntest doch auch vor dem Studium schon eine Ausbildung machen, oder? Theoretisch könntest du danach immer noch studieren, müsstest aber nicht. So bekommst du etwas von der Arbeitswelt mit und kannst immer noch mal abwiegen was du machen möchtest. Zudem bist du dann 2,5 - 3 Jahre älter und kannst evtl. schon mehr abschätzen wo du die Ziellinie steckst, ohne lebenslauftechnisch oder erfahrungstechnisch etwas zu vermasseln.
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« Antworten #8 am: 13. September 2011, 14:19:31 »

Eraser, du könntest doch auch vor dem Studium schon eine Ausbildung machen, oder? Theoretisch könntest du danach immer noch studieren, müsstest aber nicht. So bekommst du etwas von der Arbeitswelt mit und kannst immer noch mal abwiegen was du machen möchtest. Zudem bist du dann 2,5 - 3 Jahre älter und kannst evtl. schon mehr abschätzen wo du die Ziellinie steckst, ohne lebenslauftechnisch oder erfahrungstechnisch etwas zu vermasseln.

Weißt ich hab eigentlich vor Auszuwandern von daher kann mir das mit der Ausbildung nicht schnell genug gehen. Ich bin nicht scharf auf die Arbeitswelt, ich mach das alles nicht für Geld, nicht für Lebensläufe, nicht für meine Eltern, eig für niemand anderen außer für mich selbst. Ich will was aus mir machen, doch ich wiege den Preis ab.   
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