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Frage: Für wie warscheinlich haltet ihr einen Atomkrieg ?
Ich denke nicht das uns noch viel zeit bleibt. - 2 (10%)
Ich könnte mir vorstellen das es in einigen Jahrzenten dazu kommt. - 7 (35%)
Ich will garnicht erst darüber nachdenken. - 1 (5%)
Ich bin mir nicht sicher, kann mir aber nicht vorstellen das es dazu kommt. - 9 (45%)
Absurd, niemals wird es dazu kommen. - 1 (5%)
Stimmen insgesamt: 17

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Autor Thema: Atomarer Holocaust  (Gelesen 3370 mal)
Lynx
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« Antworten #45 am: 13. Juli 2009, 06:42:28 »

Greenpeace ist echt eine Gruppe für sich. Meinetwegen sind einige Ziele sinnvoll, aber die Jungs übertreiben gerne...Alleine der Gedanke alle Atomkraftwerke abzschalten ist toaler schwachsinn und nicht realisierbar. Die große Menge an Energie brauchen wir und ein AKW ist auch extrem sauber während der Energieproduktion. Ärgerlich natürlich wenn man doch etwas passiert, aber gut.

Den Jungs ist die Wirtschaft teilweise auch scheißegal, aber ohne geht überhaupt nichts und Öko ist momentan Luxus, den sich nicht jeder leisten kann...
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« Antworten #46 am: 30. Juli 2009, 06:28:32 »

Ich glaube, dass es nur ein Frage der Zeit ist, bevor die Welt in Atomkrieg bricht. Geschieht sie in unserer Lebenszeit? Das ist hart vorauszusagen, ich glauben, dass es schließlich, jedoch geschieht,
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« Antworten #47 am: 22. September 2009, 06:52:59 »

Das totale Patt - Nukleare Aufrüstung und militärische Lähmung


Die Idee, daß Krieg sich in ein unendliches Ausmaß der Zerstörung eskalieren läßt, beflügelt die Phantasie der Postapokalypse-Autoren, -Gameprogrammierer und -Filmemacher schon seit den Tagen der Kubakrise. Insgesamt hunderte Nukleartests und unzählige - teils extrem gefährliche - Zwischenfälle nach Hiroshima und Nagasaki läßt sich ein Fakt jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststellen: Einen flächendeckenden Nuklearkrieg, der vielleicht sogar die gesamte Erdkugel betreffen könnte, wird es niemals geben. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Motive zur Vermeidung aber lassen sich auf folgende Eckpunkte zusammenkürzen:

- Wie das Ost-West-Wettrüsten des Kalten Krieges sehr anschaulich demonstriert hat, bringt die nukleare Bewaffnung keinerlei offensiven Vorteil mehr, wie dies noch 1945 der Fall war. Schon am Beginn der 50er-Jahre standen sich NATO und Warschauer Pakt mit jeweils nur mehreren hundert einsatzfähigen Atomwaffen bestückt in einer festgefahrenen Patt-Situation gegenüber. Auch die Aufstockung und Differenzierung des Potentials änderte an dieser Lage nichts mehr, selbst mehrere zehntausend einsatzfähige Atomwaffen auf beiden Seiten veränderten die strategische Nulloption nicht. Keine der beiden Seiten wäre jemals in der Lage gewesen, auch nur eine Nuklearwaffe gegen die andere Partei - oder mit dieser verbündete Dritte - einzusetzen, ohne die völlige Selbstvernichtung in Kauf nehmen zu müssen. Als historisch bestes Beispiel dient der Koreakrieg. Während der US-Oberbefehlshaber General McArthur um jeden Preis auf eine nukleare Lösung - auch gegen das damals noch nicht atomar bewaffnete China - drängte, bremsten ihn seine Vorgesetzten in Washington energisch aus. Zuletzt kostete seine starre Ansicht den General auch seinen Kommandeursposten. Zu groß war die Angst, daß eine sowjetische Gegenreaktion den Konflikt außer Kontrolle geraten lassen könnte. So schlug man sich weiterhin mit konventionellen Kampfmitteln durch die zwei Jahre lang zähflüssig verlaufenden Waffenstillstandsverhandlungen in Panmunjom, die in ein Ende der Kämpfe auf den Vorkriegslinien mündeten. Der Krieg endete nicht wirklich verloren, aber auch nicht mit einem Sieg. Dennoch war auf politischer Ebene niemand bereit, einen Sieg zum Preis der möglichen nuklearen Totaleskalation zu erkaufen.

- Auch gegen einen nuklear unbewaffneten Gegner ist die Option eines Atomwaffeneinsatzes nicht relevant. Die sogenannte "Nukleare Schwelle" - eine Art unausgesprochene internationale Übereinkunft - würde jeden militärischen Atomschlag sofort zu einer Angelegenheit der globalen Staatengemeinschaft machen. Die USA in Vietnam, die Sowjetunion in Afghanistan, Frankreich in Algerien und im Tschad, Großbritannien auf Falkland und in Sierra Leone .... in all diesen Konflikten standen atomwaffenstrotzende moderne Streitkräfte einer konventionellen Gegenmacht ohne Massenvernichtungswaffen gegenüber. Einsetzen konnten sie ihre Arsenale jedoch in keinem Fall, ansonsten wären diese regional begrenzten und von der internationalen Öffentlichkeit nicht beeinflussten Konflikte unweigerlich zu einer Angelegenheit der UN und aller anderen Nuklearmächte geworden. Und in keinem dieser Kriege hatte irgendjemand ein Interesse daran, mehr Aufsehen zu erregen, als ohnehin schon geschehen. Zudem wäre aus einem Atomschlag zwar ein militärischer Sieg, garantiert aber eine propagandistische und politische Niederlage hervorgegangen. Keine Atommacht der Welt kann es sich leisten, mit einem einzigen aufsteigenden Pilz die diplomatische Arbeit von Jahrzehnten zunichte zu machen. Wer als Erster den Knopf drückt, macht sich zwingend zum internationalen Buhmann.

- Atomwaffen zu besitzen, ist für eine Nation heute lediglich eine defensive Abschreckungsfrage. Nordkoreas Atomprogramm wurde unter dem Druck der US-Invasion im Irak erst zur wirklichen Notwendigkeit. Durch George W. Bush fühlte sich Pjöngjang in eine Reihe mit den anderen "Schurkenstaaten" Iran und Irak gestellt. Was das bedeuten kann, zeigten die US-Truppen 2003 im Irak. Die Gretchenfrage, die sich Nordkorea folglich stellen mußte: Wäre der Irak auch angegriffen worden, wenn er nachweislich einsatzfähige Atomwaffen besessen hätte? Und würden die USA ein nuklear bewaffnetes Nordkorea angreifen?
Die Antwort liegt auf der Hand und läßt sich seit mehr als eineinhalb Jahren sehr deutlich an den Nachrichten aus Korea ablesen.

- Ähnlich zu betrachten sind auch die atomaren Gehversuche Irans.
Noch ist ein israelischer oder amerikanischer Angriff auf Persien nicht vom Tisch. Mit einem ersten erfolgreichen Atomtest könnte sich Teheran allerdings dessen sicher sein, nicht mehr angegriffen zu werden.
Atomwaffen eignen sich in unserer Welt nicht mehr zum Angriff. Sie eignen sich nur noch zur theoretischen Verteidigung.

- Wer auch immer einen Krieg anordnet, es wird sich um einen - oder mehrere - Menschen handeln. Diese politischen Führungskräfte verfolgen mit einem Krieg stets irgendein wirtschaftliches oder territoriales Ziel. Entweder versucht man, ein Gebiet zu erobern, oder den Einfluß auf wichtige Rohstoffe und Energiequellen zu sichern. Für einen erfolgreichen Kriegsausgang ist neben dem militärischen Sieg auf dem Schlachtfeld aber auch eine spätere, internationale Anerkennung der eroberten Einflußsphären nötig. Die Menschen, die einen Krieg anzetteln, denken dabei auch stets an ein Szenario NACH dem Ende der Kämpfe. Erstens hätten sie keinen Krieg anzetteln müssen, wenn sie dann durch eine nukleare Totaleskalation alles zerstört haben, was sie eigentlich erobern wollten und zweitens müssten sie damit rechnen, daß die internationale Gemeinschaft sich gegen sie stellen würde, wenn sie Atomwaffen einsetzen. Und das würde den Ausgang des Konfliktes massiv gefährden. Kriege werden nicht geführt, um sich mit dem Rest der Welt anzulegen, sondern in begrenzten Ausmaß mit einer begrenzten Anzahl von Gegnern auf einem begrenzten Terrain fertigzuwerden. Wer dies nuklear zu erreichen versucht, legt sich zwingend mit Allem und Jedem an. Und damit gewinnt man Kriege nicht, sondern verliert sie garantiert.

- Und nocheinmal: Wer auch immer einen Krieg anordnet, es wird sich um einen - oder mehrere - Menschen handeln. Diese Menschen haben ein ureigenes Interesse daran, auch nach dem Konflikt noch in einer lebenswerten Welt zu leben. Biologische oder chemische Waffen stellen die oberste Schranke dar, deren Einsatz noch in Grenzen gehalten werden kann. Ihre Wirkung bleibt regional begrenzt und verfällt zeitlich sehr rasch. Das ist bei Atomwaffen nicht der Fall. Plutonium mit einer Halbwertszeit von rund 35 000 Jahren ist keine kalkulierbare Option mehr. Und das Risiko eines internationalen Gegenschlages schließt eine regionale Eingrenzung des Konfliktes aus. Ein Atomkrieg ist die einzige Art von Konflikt, vor dessen Folgen auch die obersten Befehlshaber sich nicht mehr schützen könnten. Und die nächsten 200 Jahre in Vaults zu verbringen, würden selbst Psychopathen wie Nordkoreas Regime nicht ernsthaft in Erwägung ziehen wollen. Mal abgesehen davon, daß technisch bis heute eine Aufenthaltsdauer in atomfesten Bunkern über die Dauer von maximal einem Jahr gar nicht möglich wäre. (Nahrung, Wasser, Abfall- und Fäkalienentsorgung und Luftfilteranlagen begrenzen die Sache zwingend.)

- Noch nie in Europas Geschichte herrschte jahrzehntelang Frieden. Erst nach 1945 - als Hiroshima und Nagasaki zeigten, wie Krieg in Zukunft enden könnte - trat eine festgefahrene Pattsituation ein, die selbst konventionelle Angriffe zu riskant erscheinen ließ. Hätte es Atomwaffen zur Zeit des Kalten Krieges nicht gegeben, wäre der Warschauer Pakt mit seiner zahlenmäßigen Überlegenheit gegenüber der NATO von rund 3,4 zu 1 eher früher als später an die französische Atlantikküste durchmarschiert. Die sowjetischen Panzerdivisionen hätten ungeachtet eigener Verluste die NATO-Truppen in Westeuropa überrollt. Am Ende wären vermutlich dreimal mehr sowjetische als NATO-Soldaten tot gewesen. Europa wäre trotzdem kommunistisch geworden.
Aber das ging irgendwie geschlagene sechs Jahrzehnte lang nicht: Im Augenblick einer vorhersehbaren Niederlage hätte man auf NATO-Seite den Knopf gedrückt.
Und dann wäre alles definitiv umsonst gewesen. Es bringt eben nichts, ein europäisches "Ödland" zu erobern. Damit kann man nichts anfangen. Auch nicht als Kommunist.

- Indien und Pakistan haben drei monatelange Kriege um Kaschmir geführt. Auf Sparflamme dahinköcheln tut der Konflikt immer noch. Beide Seiten besitzen aber inzwischen Atomwaffen. Seither sind alle Scharmützel und Kämpfe an der Grenze zwischen den beiden Ländern binnen Tagen abgeflaut. Jedes der beiden Länder möchte Kaschmir für sich in Besitz nehmen und halten können. Es hätte keinerlei Sinn, deswegen zur nuklearen Keule zu greifen. Solch eine Eskalation droht jetzt aber mit jedem Schuß, der an der Grenze fällt. Aber sie muß unbedingt vermieden werden. Deswegen wird sich auch dort nie ein Nuklerakrieg entspinnen können. Bevor es so weit kommt, setzen sich die Machthaber der beiden Länder lieber an den Verhandlungstisch und suchen eine Kompromißlösung. Es nicht zu tun wäre angesichts von hunderten Millionen möglichen Todesopfern auf beiden Seiten vollkommen absurd.
Auch an dieser Front hat die nukleare Karte ein Patt geschaffen, das die Weiterführung des Krieges immens erschwert.

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Unter dem Strich bleibt zu sagen, daß Krieg nicht immer gleich bleibt. Das mag gelten, solange ein Kampf mit konventionellen Waffen bestritten wird. Aber darüber hinaus würde sich Krieg gravierend verändern. Durch den Einsatz von Atomwaffen verlaufen sich Sinn, Zweck und Logik dahinter in ein Nullsummenspiel, aus dem keine Gewinner mehr aussteigen könnten. Nuklearwaffen haben die militärischen Ambitionen in Europa, Amerika und dem Warschauer Pakt sechs Jahrzehnte lang erfolgreich gelähmt und jeden Kriegsausbruch verhindert. Sie werden diesen Effekt überall auf der Welt erzielen, wo sie in strategisch relevantem Ausmaß vorhanden sind. Sie tun es jetzt auch in Kaschmir und auf der koreanischen Halbinsel. Würde Iran zu Atomwaffen kommen, wäre über eine Phase des Überganges hinweg - in der sich sämtliche Nahoststaaten ebenfalls nuklear bewaffnen - eine iranische Dominanz in der Region denkbar ... danach aber würde auch der Raum um den persischen Golf in einem totalen militärischen Patt erstarren.

Bleibt die Frage im Raum stehen: Was wäre, wenn alle Nationen der Erde über große Arsenale an Atomwaffen verfügen würden?

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« Antworten #48 am: 22. September 2009, 12:09:37 »

Wie ich schon sagte...niemand greift eine Nation intensiv an sofern man weiß, dass sie Atomwaffen besitzt. Besitzen alle Atomwaffen glaube ich nicht, dass man selbst kleine Nationen angreift. Oder gerade die nicht (Nordkorea greift halt niemand an wenn man zu befürchten hat, die feuern gleich 'ne Atombombe ab wenn sie kurz vor dem Aus stehen).

Atombomben sind Teil einer passiven Verteidigungstrategie. Alles andere wäre Wahnsinn. Dann würde es nur noch heißen "Wer zuerst schießt stirbt als zweites" lol...
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